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ANDREAS ATZLINGER FOTOGRAFIE

Was kostet ein Hochzeitsfotograf?

Wenn man eine Hochzeit plant und sein Budget aufstellt, steht man schnell vor der Frage, was einzelne Dienstleister kosten. Speziell beim Fotografen sind viele über die Preise überrascht.

Im Durchschnitt kostet in Österreich ein Fotograf bzw. eine Fotografin für 6 bis 8 Stunden Begleitung während der Hochzeit um die 2.000 Euro.

Preise variieren natürlich von Angebot zu Angebot. Jeder Fotograf bzw. Fotografin berechnet die inkludierten Leistungen individuell. (Meine Angebote für Hochzeitsfotos findet ihr übrigens hier)

Warum sind Hochzeitsfotografen “so teuer”?

Wenn ich gefragt werde, was ich für eine Hochzeit verlange, dann höre ich meist Sätze wie: “Das ist aber ganz schön viel Geld für einen Tag Arbeit.”

Aber eigentlich ist ein Fotograf nicht teurer als viele andere Dienstleister: Gehen wir von 2.000 Euro für 8 Stunden Hochzeitsbegleitung aus. 2.000 Euro dividiert durch 8 Stunden wären 250 Euro pro Stunde. Ganz korrekt ist diese Rechnung jedoch nicht, denn was hierbei nicht bedacht wird, ist die Zeit, die der Fotograf für die Vor- und Nacharbeit benötigt. Wie viel Zeit ein Fotograf dafür aufwendet, lässt sich natürlich nicht pauschal sagen, dennoch kann man alleine für die Nachbearbeitung von der doppelten Begleitzeit ausgehen. Zusätzlich kommen noch Kennenlerngespräche, Location-Scouting, Anfahrt, Feedback, etc. hinzu. Rechnet man im Schnitt 18 Stunden für Vor- und Nachbearbeitung zu den 8 Stunden am Hochzeitstag hinzu, kommt man auf 26 Stunden pro Hochzeit. 2.000 Euro durch 26 Stunden ergibt einen Stundenlohn von ca. 77 Euro.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stundenlohn einer KFZ Werkstatt betrug in Österreich 2018 laut einem Arbeiterkammer Vergleich: 94 Euro.

Davon bleibt dem Fotografen natürlich bei weitem nicht alles. Alleine 20% davon ist die Umsatzsteuer. Weiters müssen davon Sozialversicherung, Einkommenssteuer, Equipment, Anfahrt, ev. Angestellte, Software-Lizenzen, Büroräumlichkeiten bzw. Fotostudio, Aus- und Weiterbildungen, etc. bezahlt werden.

“Ein Bekannter fotografiert auch gut!”

Auch Sätze wie diesen höre ich immer wieder. Allerdings sollte man bedenken, dass man für Hochzeitsfotos mehr können muss, als eine Kamera bedienen und gute Bilder machen. Gute Hochzeitsbilder benötigen nicht nur gutes Foto-Equipment und ein gutes Auge des Fotografen für echte Momente, sondern auch die Fähigkeit des Fotografen auf Unvorhergesehenes schnell zu reagieren. Bei Hochzeiten gibt es schlichtweg keinen zweiten Versuch. Wenn der Moment vorbei ist, dann kommt er nicht wieder.

Was, wenn die Fotos nicht passen? Was, wenn ein wichtiger Moment einfach übersehen wurde, oder ein enges Familienmitglied nicht auf den Gruppenfotos ist? Was, wenn die Fotos des Freundes / Bekannten / Verwandten einfach nicht gut oder zumindest nicht so gut wie erhofft sind? Dann ärgert man sich jahrelang darüber. Im schlimmsten Fall zerstreitet man sich sogar und verliert eine vertraute Person. Leider höre ich immer wieder solche Beispiele aus meinem Bekanntenkreis. Ich habe auch schon Geschichten gehört, wo das Brautpaar aus Kostengründen bei der Hochzeit auf einen professionellen Fotografen verzichtet hat und sich selbst 10 Jahre danach noch darüber ärgert.

Was alles schief gehen kann

Die Kamera gibt während der Zeremonie den Geist auf

Viele werden jetzt denken: „Aber sowas passiert doch nie.“ Doch tut es! Zum Beispiel hatte die Kamera Nikon D750 – eine von vielen Hochzeitsfotografen verwendete Kamera – einen Serienfehler, durch den die Kamera plötzlich und ohne Vorankündigung nicht mehr funktionierte. Genau das ist mir während eines Paar-Shootings passiert. Oder die Kamera fällt versehentlich auf den Boden und geht dabei dabei kaputt. Wenn der Fotograf keine zweite Kamera mit hat – und das haben Hobby-Fotografen bzw. Amateure in den seltensten Fällen – dann gibt es nur noch Handy Bilder von der Hochzeit.

Während der Trauung beginnt es stark zu regnen und an ein Gruppenfoto im Freien ist nicht zu denken.

Kann man sich darauf verlassen, dass der Bekannte sich über solche Szenarien Gedanken gemacht hat? Gibt es überhaupt einen überdachten Platz für so viele Personen?

Die Trauung findet in einem alten Weinkeller bei Kerzenlicht statt.

Der Horror für jeden Fotografen, allerdings haben Profis normalerweise das nötige Equipment, um trotzdem stimmungsvolle Fotos, selbst bei sehr schwierigem Licht, zu machen.

All diese Beispiele sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern sind entweder mir selbst oder Kollegen von mir genau so passiert.

Was diese Beispiele zeigen sollen, ist, dass ein professioneller Fotograf eine gewisse Ausfallsicherheit garantiert. Ein Fotograf muss, genauso wie jeder andere professionelle Dienstleister, auf jede Situation reagieren können.

“Unser Budget erlaubt keinen Fotografen”

Ich verstehe natürlich, dass nicht jeder mehrere tausend Euro in seine Hochzeit investieren kann oder will. Trotzdem sollte man bedenken, dass Fotos eines der wenigen Elemente einer Hochzeit sind, die die Zeit überdauern. Wenn man sich zur Goldenen Hochzeit die schönen Fotos von damals ansieht, wird man auch Jahrzehnte später noch Freude daran haben. Spart man hingegen beim Fotografen, ärgert man sich vielleicht selbst bei der Goldenen Hochzeit noch darüber.

Ich durfte vor einiger Zeit die Hochzeit von einem etwas älteren Paar fotografieren, das jeweils zum zweiten Mal geheiratet hat. Beide waren sich einig, beim Fotografen nicht mehr zu sparen. Denn über die Fotos von damals ärgerten sie sich auch nach über 30 Jahren noch. Umso mehr war ich glücklich darüber, dass sie sich über meine Bilder sehr gefreut haben.

Fazit

Hochzeitsfotos kosten zwar auf den ersten Blick viel Geld, aber wenn man den Stundenlohn, die Kosten für Equipment, das Know-How, die Verantwortung des Fotografen und vor allem die Langlebigkeit schöner Fotos betrachtet, dann ist der Preis in Relation nicht mehr so hoch.

Ich biete meine Hochzeitsbegleitungen immer zum fairen Preis an. Wer bei mir bucht, braucht bei der Qualität keine Kompromisse eingehen.

Wer beim Fotografen zu sparen beginnt, spart am falschen Ende. Denn über lustige Fotos von der Feier freut man sich selbst Jahre später noch. Und das sage ich als Teilnehmer an vielen Hochzeiten – als Bräutigam, als Gast und natürlich als Fotograf.

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